Chromatische Aberration

Chromatische Aberration

Jeder kennt das Problem der Farbsäume, die sich an kontraststarken Kanten bilden wie z. B an Ästen die gegen einen sehr hellen Himmel fotografiert wurden. Die eine Seite des Saums ist ins rötlich-violette verschoben, wohingegen die gegenüberliegende Seite ins grün-bläuliche tendiert. Da ich keine Abhandlung über die Entstehung der Farbsäume schreiben möchte sondern eher darüber wie man diese los wird, verweise ich in dem Link rechts neben diesem Text auf Wikipedia.

In Lightroom geht das sehr schnell im Entwickeln-Modul unter dem Panel Objektivkorrektur / Farbe. Man nimmt sich dabei die Pipette (im Bild links rot umrandet) und klickt exakt dort im Bild, an dem der stärkste Farbsaum sichtbar ist. Idealerweise zoomt man in das Bild so weit ein, bis man die Säume deutlich erkennen kann. Dann hat man es auch einfach mit der Pipette die richtigen Pixel zu erwischen. 

Mit den Reglern darunter kann man dann noch Feinjustierungen vornehmen: Wie stark der Rand entfernt und welche angrenzenden Farbbereiche mitgenommen werden sollen. Bei sehr ausgeprägter chromatischer Aberration, wie es beispielsweise bei der Verwendung von Fisheye-Objektiven zwangsläufig der Fall ist, erreicht man aber in Lightroom oftmals nicht befriedigende Ergebnisse oder man muss den Stärke-Regler so weit nach rechts ziehen, dass sich plötzlich sehr unschöne graue Säume ergeben. 

 

Aberration

Wikipedia

Einfacher Trick in Photoshop

Wenn wir also in Lightroom keine befriedigenden Ergebnisse bekommen, hilft uns ein einfacher Trick in Photoshop aus dem Dilemma. Zuerst muss man das Bild an Photoshop übergeben. Das geht am einfachsten mit der Tastenkombination [CMD]+[E] auf einem Mac und [STRG]+[E] auf einem PC, sofern Sie nicht als externen Editor für diesen Shortcut etwas anderes eingestellt haben. 

In Photoshop angekommen, duplizieren Sie die Hintergrund-Ebene (derzeit die einzige Ebene) mit dem Shortcut [CMD]+[J], analog gilt auch hier statt Command die Steuerungstaste auf einem PC. Der Einfachheit halber verwende ich nur noch Mac-Bezeichnungen. Es bleibt Ihnen überlassen, ob sie diese neue Ebene 1 nun in ein Smart-Objekt verwandeln oder nicht. Der Vorteil bei einem Smart-Objekt ist, dass sich darauf angewandte Filter nachher noch verändern lassen, da sie dann sog. Smart-Filter sind. Ansonsten müssten Sie bei falschen Einstellungen eines Filters die Ebene verwerfen und noch einmal von vorne beginnen. 

Smart-Objekt/Filter hin oder her, jetzt wenden wir den Gaussschen Weichzeichner an, den finden Sie ebenfalls im Menü Filter → Weichzeichner. Wählen Sie einen Radius für den Gaussschen Weichzeichner, bis keine Farbsäume mehr im nun sehr verschwommenen Bild zu erkennen sind. Schalten Sie dazu im Dialogfeld des Weichzeichners die Vorschau an, können Sie die Änderungen live auf dem Bildschirm sehen. Wenn keine Farbsäume mehr zu erkennen sind, beenden wir den Dialog mit [OK] und nun kommt der eigentliche Trick:

Setzen Sie den Füll-Modus der Ebene von normal auf Farbe. Das weichgezeichnete Bild verschwindet ebenso wie die Farbsäume! 

 

Smart-Objekte erstellen

Um eine Ebene in ein Smart-Objekt zu verwandeln gehen Sie ins Menü Filter und wählen "in Smart-Filter konvertieren". Sie erreichen dies auch im Menü Ebene → Smart-Objekte → in Smart-Objekt konvertieren. Lassen Sie sich nicht durch die Bezeichnungen verwirren! Das Smart-Objekt war zuerst in Photoshop implementiert und erst später wurde Photoshop um die Funktionalität erweitert, auch Filter wie Einstellungsebenen non-destruktiv anzuwenden. Die findigen Programmierer nannten dies dann Smart-Filter und setzten es ins Filter-Menü, obwohl beides das gleiche ist!

 

Abschließende Korrekturen

Bewegen Sie den Slider im Bild oben um sich vom Ergebnis der Beabeitung in Photoshop zu überzeugen.

Ist Ihnen aufgefallen, dass insgesamt die Brillanz der Farben durch die Ebene mit dem Gaussschen Weichzeichner leidet? Dies ist vor allem am Messing durch eine geringere Farbsättigung zu erkennen. Kein Problem! Da die Farbsäume nur an sehr markanten und lokal begrenzten Stellen an den Buchstabenkanten auftreten, malen wir sie einfach ein!

Zunächst die Maske der Ebene 1 des Smart-Filters wegwerfen (in den Papierkorb ziehen) und mit gehaltener ALT-Taste eine neue Maske anhängen. Diese ist nun schwarz, d. h. keine der Änderungen des Smartfilters wird sichtbar. Mit einem Pinsel und der Farbei weiß kann man nun in der Maske malen, d. h. man wählt im Ebenen-Panel die Maske der Ebene 1 im Smartfilter an. Im Bild selbst kann man nun mit dem Pinsel die Korrekturen exakt hinein malen, während man den Rest des Bildes unberührt lässt.

Fortsetzungen folgen.