Hartmannshofer Park

Der Hartmannshofer Park ist ein Naherholungsgebiet im Stadtbezirk 10 (Moosach) und ein Ort, der mich seit meiner Kindheit fasziniert. Durch ihn fließt der Hartmannshofer Bach, welcher ausgehend vom Pagodenburger See im Schlosspark Nymphenburg nach dem Kugelweiher durch das Kapuzinerhölzl und zur Lechelstraße in Hartmannshofen fließt. Für meine Freunde und mich war der Bach stets ein bevorzugter Spielplatz und wir nannten ihn in Ermangelung besseren Wissens einfach „Teufelsbach“. Wie wir auf diesen Namen gekommen sind ist nur mit kindlicher Fantasie zu erklären, denn tatsächlich ist rein gar nichts dämonisches oder beängstigendes dort zu finden. 

Auf meinem Weg zum Schlosspark oder Botanischen Garten gehe ich immer durch diesen Park hindurch und oft komme ich auch gar nicht bis zu meinem eigentlichen Ziel, weil mich das Licht in diesem dicht bewaldeten Park in seinen Bann gezogen hat. Etliche verschlungene Wege auf denen man immer wieder mal eine Parkbank findet, führen durch den Park und er ist sowohl Naturschutzgebiet als auch Refugium für Waldspaziergänger mit ihren Vierbeinern. Der Park ist ein Ort der Ruhe fernab vom Straßenverkehr und der Hektik der Großstadt. Die wenigen Radfahrer und Jogger sind größtenteils sehr rücksichtsvoll den Spaziergängern gegenüber, Ausnahmen bestätigen die Regel: Ein Kamikaze-Radfahrer hätte mich und meine Kamera während einer HDR-Aufnahme beinahe umgefahren und mich wüst beschimpft.  

Ein ganz besonderes Ereignis fand am 1. Januar 2017 statt: überfrierender Nebel (Frozen Fog). Am Neujahrstag bin ich schon in aller Hergottsfrühe aufgestanden, trank meine erste Tasse Tee und blickte hinaus aus dem Fenster und traute meinen Augen kaum: Dichtester Nebel hatte sich über Nacht gebildet und bei -10 Grad Celsius fror dieser Nebel an allen Oberflächen fest. Bäume sahen aus, als wären sie mit Puderzucker bestäubt worden und an ihren Ästen und Nadeln bildeten sich zentimetergroße eisige Kristalle. Ich legte einen Alarmstart hin, goss den Rest meines Tees in die Thermoskanne, schwang den Fotorucksack über die Schulter und lief hinaus. Drei Stunden lang war ich im Hartmannshofer Park unterwegs und trotz dessen mittlerweile der Autofokus meines Objektivs streikte und mein zu Eis gefrorener Zeigefinger den Auslöser der Kamera nicht mehr betätigen konnte, musste ich einfach weiter fotografieren. Den Fernauslöser angeschlossen, konnte ich noch viele Bilder mit meinem Daumen aufnehmen. 

Selbst als die Sonne schon hoch über den Baumkronen stand, war der Nebel noch so dicht, dass man ohne Schaden zu nehmen in die Sonne blicken konnte. Die Stimmung des Lichts war so einzigartig, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe. Gerade so, als hätte man in Photoshop einen Farbverlauf von Gelb- zu Blautönen horizontal über den Himmel gezogen, waren in Sonnennähe die warmen Farbtöne präsent, wohingegen der Sonne gegenüber die blauen Töne eines eisigen Winters vorherrschten. Ich konnte mich einfach nicht mehr satt an diesem Spektakel sehen!

Bis auf die Knochen durchgefroren, kehrte ich als sich der Nebel lichtete nach Hause zurück und goss erst mal eine Kanne heißen Lupinen-Kaffee in mich hinein, während ich sofort die Bilder in Lightroom überspielte und begann zu entwickeln. Als ich wenig später aus dem Fenster sah und die Silvester-Feiernden wohl erst aufgestanden sind, war der ganze Zauber von der Sonne an einem strahlend schönen Tag weggeschmolzen. Keine Spur mehr von den Eiskristallen, die mich noch kurze Zeit zuvor vor blankem Staunen die Kälte vergessen ließen.

The Magic Forest

Sommerlicher Spaziergang

In Between The Two