MVG-Museum

Bitte festhalten!

Was macht man schon an einem regnerischen Sonntag? Entweder ins Kino gehen oder ein Museum besuchen. Ich ziehe letzteres vor, zumal ich da meinem Hobby frönen kann, vorausgesetzt natürlich man darf das auch. Es empfiehlt sich immer gleich beim Eintritt zu fragen, ob Fotografieren erlaubt ist. Das erspart einem unangenehme Überraschungen!

Das Museum der MVG stand schon lange auf meiner Agenda, doch zwei Dinge hielten mich immer davon ab es aufzusuchen. Erstens ist es von meinem Wohnort aus am anderen Ende der Stadt und zweitens hat es nur an wenigen Sonntagen im Jahr geöffnet. Zuvor also kundig machen, wann der nächste Öffnungstermin ist und dann auf schlechtes Wetter hoffen.

Eintritt

Die Mitarbeiter des Museums sind allesamt sehr freundlich, hilfsbereit und machen ihren Job in der Freizeit auf freiwilliger Basis. Bereits das Lösen des sehr billigen Tickets, oder besser gesagt "Billets" - Erwachsene € 3.-- / Kinder € 2,50 - ist ein Erlebnis für sich, sitzt der voll uniformierte Verkäufer doch in einem Schaffner-Häuschen, wie man es von den alten Straßenbahnen im hinteren Wagon kennt.

Eingang Ständlerstraße 20

Zeitreise

Gleich nach dem Betreten des Museums fühlt man sich, als würde man eine Zeitreise machen. Ich war ad hoc in meine Kindheit katapultiert worden und Erinnerungen, wie meine Mutter und ich immer mit der Straßenbahn in die Stadt fuhren, stiegen empor. Wenngleich unsere hochmodernen Verkehrsmittel in Niederflur-Technik ein Segen für alle sind, um einfacher ein- und aussteigen zu können, entbehren die alten Modelle doch nicht eines nostalgischen Charmes.

Alle ausgestellten Fahrzeuge sind liebevoll restauriert und auf Hochglanz poliert. Mit einem Führer kann man sie auch betreten und sogar im Führerstand Platz nehmen, was besonders den Kindern einen riesigen Spaß macht (nachzuerleben in meiner unten stehenden Bilder-Show). Zusammen mit den aufgestellten und im Original erhaltenen Haltestellen-Schildern wird die Illusion der Zeitreise perfekt.

In Schaukästen teilweise unter Glas wird das Innenleben von Straßenbahnen ausgestellt. Die altertümliche Technik hat ihren ganz eigenen Reiz - keine Mikrochips und Leiterplatten sondern Relais, öliges Metall und Schalthebel von gigantischem Ausmaß - beides mutet zumindest "retro" wenn nicht gar wie Steam-Punk an. Diese Geräte haben mich zur nebenstehenden Collage in Zusammenstellung als auch der Bearbeitung in Lightroom mit dem Photomorphis-Preset Ally Echoes inspiriert.

Alex.