I – III

Projekt

Die Auswahl des geeigneten floralen Motivs im Botanischen Garten ist keine Herausforderung, sorgen die fleißigen Hände der Gärtnerinnen und Gärtner doch fast das ganze Jahr über für blühende Bepflanzungen. Dabei ist es interessant zu beobachten wie sich der Garten und die Beete im Laufe der Jahre verändern. Auch die Zusammenstellung der Pflanzen in den einzelnen Flächen ist zu jeder Jahreszeit eine Komposition von Farbe und Form, eine Leistung die ich ohne grünen Daumen zu haben nur bewundern kann.

Die für meine eigene fotografische Arbeit notwendigen Motive im Bild einzufangen gleicht oft einem "Trial and Error" - Versuch und Fehlschlag. An manchen Blumen bin ich schon ermüdet vom Fotografieren vorbei gelaufen und habe quasi im Gehen das Bild geschossen und es ist großartig geworden. Bei anderen Aufnahmen wiederum bin ich gefühlte Stunden um das Beet gewandert, habe es aus allen erdenklichen Blickwinkeln und in allen körperlich möglichen Positionen betrachtet und keine einzige gute Aufnahme ist daraus entstanden.

 

In meinem Projekt "Solitary" das mich nun schon die vergangenen vier Jahre lang beschäftigt, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht die schönsten Blumen und Pflanzen möglichst alleine stehend und bildfüllend zu fotografieren, um sie dann in einem aufwändigen Bearbeitungsprozess in Fine Art zu verwandeln. Die besondere Schwierigkeit dabei ist, dass man eine Blume selten alleine antrifft und entweder mit der Tiefenunschärfe bei offener Blende den oftmals sehr unruhigen Hintergrund im Bokeh verschwinden lässt oder aber das zentrale Motiv später in der Bearbeitung freistellt und den Hintergrund bearbeitet.

Dabei habe ich eher die künstlerische Bearbeitung der Fotografie im Auge als die im Foto-Journalismus übliche Abbildung der Realität. Jedes Motiv wird von mir einer Beauty-Retusche unterzogen und fast immer mittels einer Freistellung mit dem Pen-Tool vom Hintergrund gelöst, egal ob es sich um ein einfaches Motiv handelt oder um einen ganzen Baum. Texturen gestatten es mir, den Hintergrund malerischer und gedämpfter zu gestalten, sodass das eigentliche Motiv mehr in den Fokus des Betrachters rückt.

Die Ausstellung

Zur Eröffnung des Ambulanten Diagnostikzentrums (ADZ) der Augenklinik der LMU im Jahr 2014, hatte ich die große Ehre und Freude für die Bebilderung der Flure eine Auswahl an meinen Werken dieses Projekts zur Verfügung zu stellen. Mein herzlicher Dank an Lisa Merz, Fotografin der Augenklinik und Prof. Dr. Anselm Kampik, damaliger Klinikchef.

Mittlerweile ist die Ausstellung weiter gewandert und Teile davon wurden in meinem früheren Blog bei WordPress.com gezeigt. Auf YouTube finden Sie ein Video aller Bilder dieses Projekts bis einschließlich 2016. Zum ersten Mal in einer Galerie zusammengefasst, sehen Sie die 66 Bilder in der unten stehenden Diashow.

Solitary – Der Film