Chinese Garden Entrance

Edit der Fliesen mit chinesischen Schriftzeichen.

Im Winter ist der Chinesische Garten im Westpark leider geschlossen. So bleibt mir nichts, als die Außenanlage zu fotografieren. Allerdings ist das Motiv auf welches ich es abgesehen hatte verdeckt von einem schneebedeckten Müllsack, der eine Pflanze schützt und so auch nicht mal schnell aus dem Weg geräumt werden kann. 

Originalaufnahme aus der Canon der chinesischen Schriftzeichen

Originalaufnahme aus der Canon der chinesischen Schriftzeichen

Wenngleich ich auch nicht weiß, was diese Zeichen bedeuten, haben es mir die Fliesen mit dem goldenen Embossing angetan und schon bei der Aufnahme wusste ich, was ich daraus in etwa machen möchte, sodass die Hauptattraktionen der Schriftzeichen und die Musterung der Fliesen besser zur Geltung kommen. 

Das Ergebnis sehen Sie oben im Titelbild. Es war schon immer meine Ambition in Photoshop das Wesentliche und Schöne eines Bildes herauszustellen und überflüssige und störende Elemente zu entfernen. Natürlich ist dies eine idealisierte Form der Fotografie und hat mit der Originalaufnahme so wie sie aus der Kamera gefallen ist (siehe Bild links) nur noch wenig gemein. 

Man mag es kaum glauben, aber die Bearbeitung des Bildes stellt extreme Herausforderungen an die zur Verfügung stehende Hardware – mit einem iPad und Affinity Photo ist das nicht mehr zu schaffen! Das finale Bild sprengte sogar meine HDR-Panoramen, was die Bildgröße in GB (Gigabyte) betrifft: 2,5 GB – das ist eine halbe Spielflmlänge in HD. Selbst Photoshop gestattet nur eine Bildgröße bis maximal 2 GB und alles was drüber ist, muss im besonderen Format für extragroße Dateien (PSB) gespeichert werden. 

Die chinesischen Schriftzeichen wurden mit dem Pen-Tool freigestellt und der Hintergrund der Fliesen schwarz-weiß editiert (VitaminBW mit Orange-Filter). Der silbrig-graue Hintergrund kontrastiert in meinen Augen perfekt mit dem Gold der Schriftzeichen. Für den Hintergrund um die Fliesen herum (im Bild die weiße Wand) wurde das Originalbild kontextsensitiv skaliert aufs Format 1:1 und dann zwei verschiedene Flypaper-Texturen hinzugefügt: Vignette 2 aus dem Vignette-Pack (ebenfalls umgewandelt in schwarz-weiß) und Overlay 7 aus dem Fine-Cracks-Pack. Die Schriftzeichen selbst wurden in verschiedenen Ebenen im Gold verstärkt und mit Ebenen-Effekten versehen: Bevel & Emboss, Schlagschatten, Musterfüllung. 

In einer ersten Studie zum Bild habe ich die iPhone-Aufnahme in Photoshop bearbeitet und dabei die Jane-Lens und BlacKeys 44-Film der Hipstamatic-App emuliert:

Emulation von Jane/BlacKeys im Color-Key.

Emulation von Jane/BlacKeys im Color-Key.

 

Leider fehlen bei der Original Hiptstamatic-Aufnahme die oberen und unteren Bildanteile, sodass die Schriftzeichen an den Bildrändern anstoßen. Andernfalls (bei größerer Entfernung zum Motiv) hätte ich wieder den Müllsack mit auf der Aufnahme gehabt. So entschloss ich mich, das Bild aus der Canon in diese Form zu bringen.

Übrigens: Eine Selektierung der Farbe zur Freistellung der Schriftzeichen ist nicht möglich aufgrund zweier Tatsachen: Die Farbschattierung des Gelbs ist viel zu unterschiedlich und reicht sogar bis ins Schwarz (unteres Schriftzeichen) und der Hintergrund der Fliesen hat eine ähnliche Farbe. Daher verwendete ich das Pen-Tool welches in der aktuellen Photoshop-Version (19.1.0) zwar ein paar nützliche Features erhalten hat (Curvature-Tool und bessere Sichtbarkeit des Pfads auf Hi-DPI Bildschirmen), jedoch jetzt auch ein paar neue Bugs hat: Hat man zu viele Punkte gesetzt, kann es passieren, dass das Pen-Tool einfach nicht mehr weiterarbeitet und extrem langsam wird, sodass man zu schwitzen anfängt, ob man den Pfad noch schließen kann oder nicht. Und das bei einem RAM von 32 GB und einer Scratch-Disk von 1 TB! Adobe muss hier schleunigst nachbessern!