Allianz Arena

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HDR-Fotografie

High Dynamic Range Imaging oder kurz HDR benötigt man immer dann, wenn der Kontrastumfang in einem Bild so groß ist, dass er mit einer einzigen Belichtung in einer digitalen Spiegelreflex-Kamera (DSLR) nicht mehr abgebildet werden kann. Während sich das menschliche Auge leicht tut und bis zu 20 Blendenstufen problemlos „abbilden“ kann, ist eine Kamera auf eine Blendenstufe begrenzt. Dieses Problem begegnet und zumeist in der Landschafts- oder Architektur-Fotografie, in der wir einen taghellen Himmel haben und Objekte, die extrem von der Sonne beschienen werden und mit Spitzlichtern aufwarten, als auch sehr dunkle Bereiche, die im Schatten liegen. Eine Kamera mit einer gewählten Blendenöffnung kann diesen dynamischen Umfang nicht abbilden. Entweder ist der Himmel richtig belichtet und die Objekte im Schatten „saufen“ ab – sind also unterbelichtet oder die Schattenobjekte sind richtig belichtet, dafür „fressen“ die hellen Bereiche wie Himmel und Spitzlichter vollkommen aus, d. h. wir haben reines weiß im Bild ohne jegliche Details.

Abhilfe schafft man hier mit einer Belichtungsreihe ausgehend von der kompletten Unterbelichtung bis hin zur Überbelichtung. Damit ist auch klar, dass man das nur noch ordentlich mit einem Stativ hinbekommt, denn der gewählte Bildausschnitt sollte immer der gleiche sein und so gut wie keine Verwackelungen aufweisen. Während man eine Belichtungsreihe mit drei Aufnahmen noch einigermaßen „aus der Hand“ schießen kann, schafft man das bei einem vollständigen HDR, bei dem man das Histogramm in der Kamera beobachtet und von der totalen Unterbelichtung (fast schwarzes Bild) so lange eine Serie fotografiert, bis auch der letzte Kanal (zumeist der rote) im Histogramm auf der rechten Seite anstößt: die komplette Überbelichtung.

Da dies so einige Minuten dauert bis man alle Bilder in der Kamera hat, ergibt sich ein Problem: Sich bewegende Objekte wie z. B. Leute, die durchs Bild laufen oder der Wind, der Blätter an Bäumen bewegt, erzeugen die so genannten „Geisterbilder“ bei der Entwicklung in einer HDR-App.

Um die Belichtungsreihe in einem Bild zusammenzufassen benötigt man also Software die dies erledigt. Auf dem Markt tummeln sich eine Menge dieser Apps, die diese Aufgaben mal recht mal schlecht erledigen. In meinem Workshop habe ich mir die neue Version von Hydra angesehen. Eine Software, die HDRs erzeugen kann muss sich also in erster Linie daran messen, wie akkurat das Ausrichten der Bilder in der Software bewerkstelligt wird und wie dem Problem der Geisterbilder begegnet wird.

Das Bild der Allianz-Arena ist 2015 aufgenommen und im August vergangenen Jahres zum ersten Mal in meinem Blog auf WordPress.com veröffentlicht worden. Es ist eine Belichtungsreihe von acht Aufnahmen, bearbeitet mit Photomatix Pro 5.


Update 18.05.2018: Bild wurde anonymisiert.